Die ersten Tage im Lager der Thela Estel - closed -
Verfasst: Do 17. Mär 2011, 15:15
((kleine OOC anmerkungen, der folgende text basiert auf das ingame geschehen der Thela Estel kampagne. Jeder ist herzlich eingeladen sich am geschehen zu beteiligen, da ich aus erfahrung weiß das sich Foren rp sehr ziehen kann und ein tag schon mal mehrere wochen gehen kann ist es jedem schreiber selbst überlassen ob er es im spiel einbindet oder nicht.
Da ich keinen geeigneteren ort gefunden habe, oder besser da ich in der Halle der Erinnerung nicht schreiben kann verfasse ich es hier, die überlegung wäre vielleicht einen weiteren RP-Bereich anzulegen für die sachen die ausserhalb der Siedlung passieren.
Eine letzte anmerkung ist das der beitrag sehr lang ist, aber damit es eine vernünftige Einleitung wird konnte ich es nicht kürzer schreiben,Ich habe versucht das ganze etwas angenehmer zum lesen zu machen indem ich mehr absätze eingebracht habe, damit es nicht zu gequetscht aussieht, ich hoffe der versuch ist mir gelungen, es ist nicht so einfach wenn man es im Word schreibt und dann hier umformatieren muss. ich hoffe das sich das lesen dennoch lohnt und die Leser lust bekommen sich daran zu beteiligen, nun aber viel spass beim lesen.))
Müdigkeit machte sich in ihrem Körper breit, die Anstrengungen der letzten zeit fingen an, ihren Tribut zu zollen, erschöpft suchte sie sich eines der Lagerfeuer das noch unbesetzt war, sie legte Schild, Speer und Spieß neben sich, auch löste sie den Umhang und ließ ihn seufzend auf ihre Waffen fallen.
Sie war froh dass sie nicht wie manche anderen hier schwere Rüstung trug sondern nur ihre Lederrüstung die leichter, geschmeidiger und vor allem beweglicher war.
Hätte sie nun eine Kettenrüstung tragen müssen hätte ihr Körper sicher schon früher erste Anzeichen von Erschöpfung gezeigt.
Seufzend nahm sie ihren flügelreif ab und legte ihn zu den anderen Sachen, die langen Beine streckte sie neben der Feuerstelle aus um diese zu entspannen.
Nachdenklich blickte sie nun durch das Lager, es wurde befohlen es nicht zu verlassen, erfreut darüber war sie nicht wirklich. Hatte sie doch bisher die Nächte in ihrem Haus verbracht, nun aber war sie gezwungen zwischen all diesen Elben zu nächtigen, generell hatte sie gegen niemanden hier etwas aber ihr Geheimnis das sie seit ihrer Geburt hatte, drohte aufgedeckt zu werden.
Sie hatte nun die Wahl es zu riskieren oder aber die Nacht über wach zu bleiben um im Umkehrschluss an den nächsten Übungen die unweigerlich anstanden unausgeruht zu sein, ein erneutes leises seufzen kam über ihre Lippen.
Zweifel wurden in ihrem inneren laut während sie über alles nachdachte was sie bis jetzt gelernt und erlebt hatte.
Es war chaotisch, viele waren es nicht gewohnt nebeneinander oder hintereinander zu stehen, sie selbst eingeschlossen, sie hatte Mühe anderen zu vertrauen, wo sie doch ihr ganzes Leben darauf ausgebildet worden war sich selbst und ihren Bruder zu beschützen.
Ihr Bruder, schmerzlich vermisste sie seine Anwesenheit, grade in Momenten wie diesen wurde ihr bewusst das er an ihrer Seite fehlte und es schürte die zweifel noch mehr ob die Entscheidung sich über alle Wünsche und flehenden worte ihrer Familie hinwegzusetzen um etwas großes zu erreichen richtig waren.
Aber was war schon groß daran eine von vielen zu sein, eingereiht in eine Kette von Schilden, Speeren, Schwertern und Bögen? Angewiesen darauf dass die anderen um sie herum wussten was sie tun, ein Fehler und ihr Leben würde in Gefahr geraten, in eine unnötige vielleicht.
Sie hatte die Worte an den Caun gerichtet um die Elben besser aneinander zu gewöhnen, aber es war schon richtig, jeder musste sich auf jeden verlassen, ob man sie besser kannte oder nicht, aber sie fühlte sich nicht als Teil des Ganzen, sie kannte nicht einmal alle Namen, geschweige denn das sie schon jemals mit ihnen geredet hätte, wie sollte man da vertrauen? Es war ein blindes Vertrauen das sie in die anderen setzten musste, angeschlagen und bedrückt hob sie den Kopf um die Sterne über sich zu betrachten, hier war alles noch eine Übung, eine Reihe von versuchen Ordnung in das Chaos zu bringen, aber in einer Schlacht…in einer die sie so oft in ihren Träumen gesehen hatte.
Was würde da die Ordnung noch nutzen? Was würde es nutzen wenn die Reihen aufgerieben, die Speere gebrochen, die Pfeile verschossen.
Was dann? Wenn es nur noch ums nackte überleben ginge.
Darauf bildete sie niemand aus, darauf konnte sie niemand ausbilden.
Sie waren nicht einmal in der Nähe einer Kriegsfront und kannten nicht den Schrecken, das Leid und die Trauer die ein solcher Ort bedeutete.
Edle ideale waren das was viele in die Reihen des Heeres getrieben hat, aber würde es auch noch halten wenn die sicheren Gebiete passiert und sie umgeben von Tod, Grauen und Verderben sind?
Leichenberge, trauernde Leute, den Gestank des Todes immer in er Nase, der faulige Geruch der dann über einem Schlachtfeld hing. Würden wirklich alle diesem Anblick standhalten können?
Noch immer nachdenklich blickte sie die anderen an wie sie sich unterhielten, leise lachten und unbeschwert aussahen, wie gern hätte sie nun Veantur bei sich gehabt? Wie gern hätte sie sich nun neben ihn gebettet, ihn neckend mit einem langen Grashalm geärgert bis er sich aufregte und sie balgend herumtobten.
Das waren die Momente wo sie die Dunkelheit vergaß, wo sie verdrängen konnte das ein Schatten in der Dunkelheit lauert und nur auf die richtige zeit wartet um alles zu verschlingen.
Es waren jene Momente wo sie die träume vergessen konnte, und ihre Bedeutung. Sie wand den Blick von den anderen ab, wollte zumindest, Schuhe, Handschuhe, und Schulterpolster solange los werden bis ihre Wache anfangen würde. Sie hatte das Pech die letzte erwischt zu haben, wobei die in der Mitte vermutlich noch unangenehmer war. Denn man wurde im Schlaf unterbrochen und hatte überhaupt mühe erst einzuschlafen.
Mit den Gedanken an ihren Bruder legte sie sich auf die Seite, nahm ihren Umhang als Decke und ihren arm als Kopfkissen, die Waffen hatte sie umsortiert, so das sie jederzeit danach greifen konnte, es war einfach eine Gewohnheit, und auch der Platz den sie sich ausgesucht hatte war so gelegen das es schwerer war sich anzuschleichen.
Ihr Blick war auf die Flammen gerichtet und ihre Gedanken schweiften immer weiter ab, so entspannt lockte ihr Körper ihren Geist mit der Aussicht auf einen erholsamen Schlaf.
Sie wusste das sie für den wachwechsel geweckt werden würde, also konnte es nicht schaden zumindest ein wenig zu dösen, nicht tief einzuschlafen, nur so das der Körper sich erholen konnte, mit diesem Plan schloss sie die Augen.
Aber bei dem dösen blieb es nicht, schnell war sie ganz eingeschlafen, auch wenn ihre sinne noch geschärft waren und sie eine Gefahrensituation sofort geweckt hätte, war es doch ein recht tiefer schlaf, tief genug als das ihr Geist in die Traumwelt wanderte.
Rauchschwanden umgaben sie und nahmen ihr anfänglich die Sicht.
Ein beißender Geruch stieg ihr in der Nase, es roch nach verbranntem Holz, angesengtem Gras, nach verkohlten Leichen und Modrig von fauligem Wasser.
Brennende Gebäude warfen skurrile Schatten auf den staubigen mit Ruß und Asche bedeckten Boden, schreie hallten durch dieses nächtliche Inferno, der klang von Klingen die sich kreuzten mischten sich in das Geräusch des Knisterns und Dröhnen des Feuers um sie herum.
hier und dort hallte ein Grollen durch die Straßen und Gassen und mischte sich in übrigen Lärm, das grollen stammte von Gebäuden die in sich zusammen fielen, sie konnten das Gewicht nicht mehr tragen, weil die Mauern durch die Flammen die an ihnen zügelten spröde und rissig geworden waren.
Der Geruch von frischem Blut mischte sich in den Gestank der brennenden Leichen, panisch blickte sie sich um, ihre Augen brannten durch den beißenden Qualm, ihr Herz begann zu rasen, ihr Blick ging an sich herunter, ihr Rüstung wirkte wie flüssiges Teer, in ihren Händen hielt sie einen Speer, das Holz war ebenso dunkel wie ihre Rüstung und von der Speerspitze tropfte etwas auf den Boden, erst die Flammen die ein weiteres Gebäude neben ihr verschlangen und der Rauch durch einen Windstoß auseinander getrieben wurde warfen Licht auf sie und ihre Waffe, Blut tropfte von der Spitze des Speeres, aber nicht nur die Spitze war blutüberströmt, auch der stab war gefärbt von Blut, ihre Hand die den Speer hielt war ebenfalls getränkt von Blut, aber jetzt wurde sie gewahr das auch die Grundfarbe ihrer Rüstung nicht schwarz war wie sie zuerst annahm, nein es war ein dunkles rot, ebenso dunkel wie das Blut das in ihrer Waffe und ihr selbst klebte, an ihrem Arm spürte sie die schwere ihres Schildes, ein Blick darauf lies ihr das Blut in den Adern gefrieren, sie kannte dieses Wappen, sie kannte die Farbe dieser Rüstung, erkannte ihre Machart, mit einem Ruck hob sie den Kopf und blickte sich um, schatten tanzten vor ihr herum, verschwanden zwischen Straßen und Gassen, die Rufe und schreie die sie hörte, machten noch immer keinen Sinn, hilflos und gelähmt stand sie auf einem großen Platz mit einem Brunnen, dessen Inhalt einst klares reines Wasser gewesen sein musste, war nun gefärbt von dem Blut derer die in ihm oder auf dem breiten Rand gestorben waren, mit dem Blut so vieler. Leichen lagen überall herum, einige waren verwundete und wimmerten. Suchten diesem Inferno zu entkommen, wieder andere wurden von den Flammen am lebendigen Leib verzehrt und diese schreie gingen ihr durch Mark und Bein.
Noch immer wusste sie nicht wo sie war, sie wusste nur das es tiefste Nacht sein musste, ihr Atem ging schneller, eine ungute Vorahnung ergriff von ihr Besitz und lies sie herumwirbeln, den Speer zum Angriff bereit und den Schild zum Schutz vor sich halten.
Vor sich sah sie einen Ork, der eine entsetzlich entstellte Fratze hatte, sie hatte hunderte Ork gesehen, allesamt waren sie hässlich und abstoßend gewesen, alle hatten sie nur ein Ziel. Den Tod derer die anders waren als sie.
Ohne zu zögern und ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden stieß sie zu, ihr Speer durchbohrte den Ork mühelos so als bestände sein Körper aus Papier. Sie drehte den Speer der sich in den Brustkorb des Angreifers gegraben hatte eh sie ihn wieder rauszog, mit einem keuchen und röcheln brach das Ungeheuer vor ihren Füßen zusammen.
Gefühllos blickte sie auf das Ding das sterbend vor ihren Füßen lag an, irritiert durch das Lachen das dieses wesen noch von sich geben konnte.
„Du wirst sie nicht alle retten können, wir sind so viele und ihr seid so wenige, du wirst sie niemals retten. Du wirst in die Dunkelheit stürzen. Und da werden wir auf dich warten, alle die du mit deinem Speer in den Tod geschickt hast werden dort auf dich warten.“
Hustend und Blut spuckend war es das letzte was dieses Wesen von sich gab.
Geistesverloren stand sie nun da, die schreie hörte sie kaum noch, der Geruch der ihr in die Nase stieg, machte ihr das atmen schwer, angst beschlich ihren Geist und geschwind und mit wieselflinken Bewegungen setzte sie sich in Bewegung, sie lief die Gassen entlang, Bog hier und da ab, blickte nach links und nach rechts, sie sah immer wieder Kämpfe, Elben gegen Ork, Uruks oder noch schlimmer gegen Menschen, sie selbst aber hatte keine Zeit sich einzumischen, und zu ihrem Glück stellte sich ihr niemand in den Weg.
Sie war auf der Suche nach etwas…irgendetwas trieb sie immer weiter vorwärts,
als sie nach etlichen abbiegen um eine Ecke bog blieb sie wie erstarrt stehen, sie sah etwas das sie nicht erwartet hätte, zwei Elben die gegen einander kämpften, aber warum? Der eine Elb war in eine dunkle Rüstung gehüllt, man konnte sein Gesicht nicht erkennen da er es unter einem Helm verborgen hatte, aber die Art wie er kämpfte, die Leichtigkeit seiner Bewegungen verrieten das er ein Elb sein musste.
Auch die Worte waren nicht die eines Menschen.
Der andere Krieger hingegen erweckte ihre Aufmerksamkeit und sie kannte ihn, als der schwarz gerüstete Elb zu einem vernichtenden Schlag ausholen wollte, stürmte sie blind nach vorn, aber es war als bewege sie sich in Zeitlupe, Auch der schwache versuch ihren Speer nach dem schwarzen Krieger zu werfen erwies sich als sinnlos, er flog zwar schneller als sie laufen konnte, blieb aber kurz vor seinem Ziel in der Luft stehen und viel dann klappernd zu Boden,
„Áva Care!“ [Quenya = Tu es nicht]
Doch ihre gerufenen Worte waren Vergebens, der schwarze Krieger lies sich nicht beirren und stieß seinem wiedersacher seine Klinge in die Brust. Als dieser tödlich verwundet in sich zusammen sackte, machte sich ein unsagbarer schmerz in ihrem Innern breit, der Schrei der über ihre Lippen kam war hell und verzweifelt.
Erst jetzt drehte der schwarz gerüstete Krieger den Kopf zu ihr, sie sah nur noch diese alles durchdringenden grauen Augen die sie durch die schlitze des Helms bösartig anfunkelten. Sie wollte grade auf diesen Elben losstürmen als sie außer Atem aufschreckte.
Ihre Hand umklammerte den Speer schlagartig und während ihr Geist noch damit kämpfte wirklich wach zu werden, war ihr Körper bereits in Angriffsstellung, das sie die Worte die sie dem Schwarzen Krieger in ihrem Traum laut ausgesprochen hatte, und der Schrei ebenfalls nicht nur in ihrem Traum hörbar gewesen ist, war ihr in dem Moment noch nicht bewusst.
Sie zitterte und schweiß stand auf ihrer Stirn, der Umhang glitt zu Boden und blieb vor ihren Füßen liegen, erst jetzt als sie realisierte das sie in dem Lager der Thela Estel war sackte sie wieder in die Knie, das stumpfe Ende des Speeres auf die Erde drückend, lehnte sie sich dagegen um halt zu suchen, ihr Atem ging noch immer schwer und stoßweise, ihr war schwindelig, übel und noch immer glaubte sie die schreie zu hören, und den Geruch in der Nase zu haben.
Das kühle Metall des Speeres war nur ein schwacher Trost, ihr war heiß und wieder fehlte ihr, ihr Bruder die sie in solchen Momenten einfach wortlos in den Arm nahm, sie an sich drückte und beruhigte, der ihr zuhörte und Trost spendete, der ihr halt gab und ihr durchs Haar strich bis sie sich wieder beruhigt hatte und auch ihr geist völlig in die wache Welt zurück gekehrt war und ihr klar wurde das sie nur geträumt hatte.
Sie wagte es nicht sich umzusehen, aber sie spürte die Blicke auf sich.
Wie lange….bis die fragen kommen würden?
Sie fühlte sich elend und so winzig, und es gelang ihr einfach nicht ihren Atem zu beruhigen, ihre Pupillen waren noch schreck geweitet von dem was sie gesehen und gehört hatte, auch zitterte sie noch immer obwohl ihr nicht Kalt war, es war einer der schlimmsten Alpträume seit langem und ein immer dicker werdender Kloss im Hals schnürte ihr die Luft ab, tränen standen in ihren Augen und sie umklammerte ihren Speer so fest das die knöchel sich weiß unter der Haut abmalten.
Da ich keinen geeigneteren ort gefunden habe, oder besser da ich in der Halle der Erinnerung nicht schreiben kann verfasse ich es hier, die überlegung wäre vielleicht einen weiteren RP-Bereich anzulegen für die sachen die ausserhalb der Siedlung passieren.
Eine letzte anmerkung ist das der beitrag sehr lang ist, aber damit es eine vernünftige Einleitung wird konnte ich es nicht kürzer schreiben,Ich habe versucht das ganze etwas angenehmer zum lesen zu machen indem ich mehr absätze eingebracht habe, damit es nicht zu gequetscht aussieht, ich hoffe der versuch ist mir gelungen, es ist nicht so einfach wenn man es im Word schreibt und dann hier umformatieren muss. ich hoffe das sich das lesen dennoch lohnt und die Leser lust bekommen sich daran zu beteiligen, nun aber viel spass beim lesen.))
Müdigkeit machte sich in ihrem Körper breit, die Anstrengungen der letzten zeit fingen an, ihren Tribut zu zollen, erschöpft suchte sie sich eines der Lagerfeuer das noch unbesetzt war, sie legte Schild, Speer und Spieß neben sich, auch löste sie den Umhang und ließ ihn seufzend auf ihre Waffen fallen.
Sie war froh dass sie nicht wie manche anderen hier schwere Rüstung trug sondern nur ihre Lederrüstung die leichter, geschmeidiger und vor allem beweglicher war.
Hätte sie nun eine Kettenrüstung tragen müssen hätte ihr Körper sicher schon früher erste Anzeichen von Erschöpfung gezeigt.
Seufzend nahm sie ihren flügelreif ab und legte ihn zu den anderen Sachen, die langen Beine streckte sie neben der Feuerstelle aus um diese zu entspannen.
Nachdenklich blickte sie nun durch das Lager, es wurde befohlen es nicht zu verlassen, erfreut darüber war sie nicht wirklich. Hatte sie doch bisher die Nächte in ihrem Haus verbracht, nun aber war sie gezwungen zwischen all diesen Elben zu nächtigen, generell hatte sie gegen niemanden hier etwas aber ihr Geheimnis das sie seit ihrer Geburt hatte, drohte aufgedeckt zu werden.
Sie hatte nun die Wahl es zu riskieren oder aber die Nacht über wach zu bleiben um im Umkehrschluss an den nächsten Übungen die unweigerlich anstanden unausgeruht zu sein, ein erneutes leises seufzen kam über ihre Lippen.
Zweifel wurden in ihrem inneren laut während sie über alles nachdachte was sie bis jetzt gelernt und erlebt hatte.
Es war chaotisch, viele waren es nicht gewohnt nebeneinander oder hintereinander zu stehen, sie selbst eingeschlossen, sie hatte Mühe anderen zu vertrauen, wo sie doch ihr ganzes Leben darauf ausgebildet worden war sich selbst und ihren Bruder zu beschützen.
Ihr Bruder, schmerzlich vermisste sie seine Anwesenheit, grade in Momenten wie diesen wurde ihr bewusst das er an ihrer Seite fehlte und es schürte die zweifel noch mehr ob die Entscheidung sich über alle Wünsche und flehenden worte ihrer Familie hinwegzusetzen um etwas großes zu erreichen richtig waren.
Aber was war schon groß daran eine von vielen zu sein, eingereiht in eine Kette von Schilden, Speeren, Schwertern und Bögen? Angewiesen darauf dass die anderen um sie herum wussten was sie tun, ein Fehler und ihr Leben würde in Gefahr geraten, in eine unnötige vielleicht.
Sie hatte die Worte an den Caun gerichtet um die Elben besser aneinander zu gewöhnen, aber es war schon richtig, jeder musste sich auf jeden verlassen, ob man sie besser kannte oder nicht, aber sie fühlte sich nicht als Teil des Ganzen, sie kannte nicht einmal alle Namen, geschweige denn das sie schon jemals mit ihnen geredet hätte, wie sollte man da vertrauen? Es war ein blindes Vertrauen das sie in die anderen setzten musste, angeschlagen und bedrückt hob sie den Kopf um die Sterne über sich zu betrachten, hier war alles noch eine Übung, eine Reihe von versuchen Ordnung in das Chaos zu bringen, aber in einer Schlacht…in einer die sie so oft in ihren Träumen gesehen hatte.
Was würde da die Ordnung noch nutzen? Was würde es nutzen wenn die Reihen aufgerieben, die Speere gebrochen, die Pfeile verschossen.
Was dann? Wenn es nur noch ums nackte überleben ginge.
Darauf bildete sie niemand aus, darauf konnte sie niemand ausbilden.
Sie waren nicht einmal in der Nähe einer Kriegsfront und kannten nicht den Schrecken, das Leid und die Trauer die ein solcher Ort bedeutete.
Edle ideale waren das was viele in die Reihen des Heeres getrieben hat, aber würde es auch noch halten wenn die sicheren Gebiete passiert und sie umgeben von Tod, Grauen und Verderben sind?
Leichenberge, trauernde Leute, den Gestank des Todes immer in er Nase, der faulige Geruch der dann über einem Schlachtfeld hing. Würden wirklich alle diesem Anblick standhalten können?
Noch immer nachdenklich blickte sie die anderen an wie sie sich unterhielten, leise lachten und unbeschwert aussahen, wie gern hätte sie nun Veantur bei sich gehabt? Wie gern hätte sie sich nun neben ihn gebettet, ihn neckend mit einem langen Grashalm geärgert bis er sich aufregte und sie balgend herumtobten.
Das waren die Momente wo sie die Dunkelheit vergaß, wo sie verdrängen konnte das ein Schatten in der Dunkelheit lauert und nur auf die richtige zeit wartet um alles zu verschlingen.
Es waren jene Momente wo sie die träume vergessen konnte, und ihre Bedeutung. Sie wand den Blick von den anderen ab, wollte zumindest, Schuhe, Handschuhe, und Schulterpolster solange los werden bis ihre Wache anfangen würde. Sie hatte das Pech die letzte erwischt zu haben, wobei die in der Mitte vermutlich noch unangenehmer war. Denn man wurde im Schlaf unterbrochen und hatte überhaupt mühe erst einzuschlafen.
Mit den Gedanken an ihren Bruder legte sie sich auf die Seite, nahm ihren Umhang als Decke und ihren arm als Kopfkissen, die Waffen hatte sie umsortiert, so das sie jederzeit danach greifen konnte, es war einfach eine Gewohnheit, und auch der Platz den sie sich ausgesucht hatte war so gelegen das es schwerer war sich anzuschleichen.
Ihr Blick war auf die Flammen gerichtet und ihre Gedanken schweiften immer weiter ab, so entspannt lockte ihr Körper ihren Geist mit der Aussicht auf einen erholsamen Schlaf.
Sie wusste das sie für den wachwechsel geweckt werden würde, also konnte es nicht schaden zumindest ein wenig zu dösen, nicht tief einzuschlafen, nur so das der Körper sich erholen konnte, mit diesem Plan schloss sie die Augen.
Aber bei dem dösen blieb es nicht, schnell war sie ganz eingeschlafen, auch wenn ihre sinne noch geschärft waren und sie eine Gefahrensituation sofort geweckt hätte, war es doch ein recht tiefer schlaf, tief genug als das ihr Geist in die Traumwelt wanderte.
Rauchschwanden umgaben sie und nahmen ihr anfänglich die Sicht.
Ein beißender Geruch stieg ihr in der Nase, es roch nach verbranntem Holz, angesengtem Gras, nach verkohlten Leichen und Modrig von fauligem Wasser.
Brennende Gebäude warfen skurrile Schatten auf den staubigen mit Ruß und Asche bedeckten Boden, schreie hallten durch dieses nächtliche Inferno, der klang von Klingen die sich kreuzten mischten sich in das Geräusch des Knisterns und Dröhnen des Feuers um sie herum.
hier und dort hallte ein Grollen durch die Straßen und Gassen und mischte sich in übrigen Lärm, das grollen stammte von Gebäuden die in sich zusammen fielen, sie konnten das Gewicht nicht mehr tragen, weil die Mauern durch die Flammen die an ihnen zügelten spröde und rissig geworden waren.
Der Geruch von frischem Blut mischte sich in den Gestank der brennenden Leichen, panisch blickte sie sich um, ihre Augen brannten durch den beißenden Qualm, ihr Herz begann zu rasen, ihr Blick ging an sich herunter, ihr Rüstung wirkte wie flüssiges Teer, in ihren Händen hielt sie einen Speer, das Holz war ebenso dunkel wie ihre Rüstung und von der Speerspitze tropfte etwas auf den Boden, erst die Flammen die ein weiteres Gebäude neben ihr verschlangen und der Rauch durch einen Windstoß auseinander getrieben wurde warfen Licht auf sie und ihre Waffe, Blut tropfte von der Spitze des Speeres, aber nicht nur die Spitze war blutüberströmt, auch der stab war gefärbt von Blut, ihre Hand die den Speer hielt war ebenfalls getränkt von Blut, aber jetzt wurde sie gewahr das auch die Grundfarbe ihrer Rüstung nicht schwarz war wie sie zuerst annahm, nein es war ein dunkles rot, ebenso dunkel wie das Blut das in ihrer Waffe und ihr selbst klebte, an ihrem Arm spürte sie die schwere ihres Schildes, ein Blick darauf lies ihr das Blut in den Adern gefrieren, sie kannte dieses Wappen, sie kannte die Farbe dieser Rüstung, erkannte ihre Machart, mit einem Ruck hob sie den Kopf und blickte sich um, schatten tanzten vor ihr herum, verschwanden zwischen Straßen und Gassen, die Rufe und schreie die sie hörte, machten noch immer keinen Sinn, hilflos und gelähmt stand sie auf einem großen Platz mit einem Brunnen, dessen Inhalt einst klares reines Wasser gewesen sein musste, war nun gefärbt von dem Blut derer die in ihm oder auf dem breiten Rand gestorben waren, mit dem Blut so vieler. Leichen lagen überall herum, einige waren verwundete und wimmerten. Suchten diesem Inferno zu entkommen, wieder andere wurden von den Flammen am lebendigen Leib verzehrt und diese schreie gingen ihr durch Mark und Bein.
Noch immer wusste sie nicht wo sie war, sie wusste nur das es tiefste Nacht sein musste, ihr Atem ging schneller, eine ungute Vorahnung ergriff von ihr Besitz und lies sie herumwirbeln, den Speer zum Angriff bereit und den Schild zum Schutz vor sich halten.
Vor sich sah sie einen Ork, der eine entsetzlich entstellte Fratze hatte, sie hatte hunderte Ork gesehen, allesamt waren sie hässlich und abstoßend gewesen, alle hatten sie nur ein Ziel. Den Tod derer die anders waren als sie.
Ohne zu zögern und ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden stieß sie zu, ihr Speer durchbohrte den Ork mühelos so als bestände sein Körper aus Papier. Sie drehte den Speer der sich in den Brustkorb des Angreifers gegraben hatte eh sie ihn wieder rauszog, mit einem keuchen und röcheln brach das Ungeheuer vor ihren Füßen zusammen.
Gefühllos blickte sie auf das Ding das sterbend vor ihren Füßen lag an, irritiert durch das Lachen das dieses wesen noch von sich geben konnte.
„Du wirst sie nicht alle retten können, wir sind so viele und ihr seid so wenige, du wirst sie niemals retten. Du wirst in die Dunkelheit stürzen. Und da werden wir auf dich warten, alle die du mit deinem Speer in den Tod geschickt hast werden dort auf dich warten.“
Hustend und Blut spuckend war es das letzte was dieses Wesen von sich gab.
Geistesverloren stand sie nun da, die schreie hörte sie kaum noch, der Geruch der ihr in die Nase stieg, machte ihr das atmen schwer, angst beschlich ihren Geist und geschwind und mit wieselflinken Bewegungen setzte sie sich in Bewegung, sie lief die Gassen entlang, Bog hier und da ab, blickte nach links und nach rechts, sie sah immer wieder Kämpfe, Elben gegen Ork, Uruks oder noch schlimmer gegen Menschen, sie selbst aber hatte keine Zeit sich einzumischen, und zu ihrem Glück stellte sich ihr niemand in den Weg.
Sie war auf der Suche nach etwas…irgendetwas trieb sie immer weiter vorwärts,
als sie nach etlichen abbiegen um eine Ecke bog blieb sie wie erstarrt stehen, sie sah etwas das sie nicht erwartet hätte, zwei Elben die gegen einander kämpften, aber warum? Der eine Elb war in eine dunkle Rüstung gehüllt, man konnte sein Gesicht nicht erkennen da er es unter einem Helm verborgen hatte, aber die Art wie er kämpfte, die Leichtigkeit seiner Bewegungen verrieten das er ein Elb sein musste.
Auch die Worte waren nicht die eines Menschen.
Der andere Krieger hingegen erweckte ihre Aufmerksamkeit und sie kannte ihn, als der schwarz gerüstete Elb zu einem vernichtenden Schlag ausholen wollte, stürmte sie blind nach vorn, aber es war als bewege sie sich in Zeitlupe, Auch der schwache versuch ihren Speer nach dem schwarzen Krieger zu werfen erwies sich als sinnlos, er flog zwar schneller als sie laufen konnte, blieb aber kurz vor seinem Ziel in der Luft stehen und viel dann klappernd zu Boden,
„Áva Care!“ [Quenya = Tu es nicht]
Doch ihre gerufenen Worte waren Vergebens, der schwarze Krieger lies sich nicht beirren und stieß seinem wiedersacher seine Klinge in die Brust. Als dieser tödlich verwundet in sich zusammen sackte, machte sich ein unsagbarer schmerz in ihrem Innern breit, der Schrei der über ihre Lippen kam war hell und verzweifelt.
Erst jetzt drehte der schwarz gerüstete Krieger den Kopf zu ihr, sie sah nur noch diese alles durchdringenden grauen Augen die sie durch die schlitze des Helms bösartig anfunkelten. Sie wollte grade auf diesen Elben losstürmen als sie außer Atem aufschreckte.
Ihre Hand umklammerte den Speer schlagartig und während ihr Geist noch damit kämpfte wirklich wach zu werden, war ihr Körper bereits in Angriffsstellung, das sie die Worte die sie dem Schwarzen Krieger in ihrem Traum laut ausgesprochen hatte, und der Schrei ebenfalls nicht nur in ihrem Traum hörbar gewesen ist, war ihr in dem Moment noch nicht bewusst.
Sie zitterte und schweiß stand auf ihrer Stirn, der Umhang glitt zu Boden und blieb vor ihren Füßen liegen, erst jetzt als sie realisierte das sie in dem Lager der Thela Estel war sackte sie wieder in die Knie, das stumpfe Ende des Speeres auf die Erde drückend, lehnte sie sich dagegen um halt zu suchen, ihr Atem ging noch immer schwer und stoßweise, ihr war schwindelig, übel und noch immer glaubte sie die schreie zu hören, und den Geruch in der Nase zu haben.
Das kühle Metall des Speeres war nur ein schwacher Trost, ihr war heiß und wieder fehlte ihr, ihr Bruder die sie in solchen Momenten einfach wortlos in den Arm nahm, sie an sich drückte und beruhigte, der ihr zuhörte und Trost spendete, der ihr halt gab und ihr durchs Haar strich bis sie sich wieder beruhigt hatte und auch ihr geist völlig in die wache Welt zurück gekehrt war und ihr klar wurde das sie nur geträumt hatte.
Sie wagte es nicht sich umzusehen, aber sie spürte die Blicke auf sich.
Wie lange….bis die fragen kommen würden?
Sie fühlte sich elend und so winzig, und es gelang ihr einfach nicht ihren Atem zu beruhigen, ihre Pupillen waren noch schreck geweitet von dem was sie gesehen und gehört hatte, auch zitterte sie noch immer obwohl ihr nicht Kalt war, es war einer der schlimmsten Alpträume seit langem und ein immer dicker werdender Kloss im Hals schnürte ihr die Luft ab, tränen standen in ihren Augen und sie umklammerte ihren Speer so fest das die knöchel sich weiß unter der Haut abmalten.