Mit eisgrauen, durchdringenden Augen schaut die Gestalt Euch an und versucht bis in Eure Seele zu blicken. Silberne Haare, welche nicht durch einen Windhauch nach hinten geweht werden, legen sich sanft and anmutig auf die Schulterpartien des schweren, azurblauen Mantels, der die hochgewachsene Gestalt bis zu den Schuhsohlen hin einhüllt. Ein mit alten Glyphen versehener Ledergürtel mit saphirblauer Schnalle prangt an der wettergegerbten Tunika, die mehr zweckmäßig als übermäßig teuer aussieht, so ebenfalls die Hose und die kniehohen Reiterstiefel, die teils aus Leder und teils aus einem leicht glänzenden Wollstoff gefertigt sind. In einer Hand führt sie eine filigran gearbeitete Klinge, in deren Stahl sich das kalte Licht des Mondes widerspiegelt. Keinerlei Kerben verunstalten die Reinheit der Waffe und stets scheinen die Runen an der Blutrinne kurz aufzublitzen, sobald der Schein einer Fackel oder der Strahl der Sonne sie trifft. Auf dem Rücken trägt sie einen kunstvoll geschwungenen Bogen aus feinstem Eschenholz, der von einem Fetzen eines amethystfarbenen Seidenstoffs geziert wird.
Langsam zieht die Gestalt leicht die Mundwinkel nach oben und deutet trotz ihres stechenden Blickes ein warmes Lächeln an.
"Ihr fragt Euch, wer ich bin? Nun, diesen Wunsch es Euch zu verraten vermag ich mit Leichtigkeit zu erfüllen. Isildirion Silberwind werde ich in Eurer Sprache genannt, doch ziehe ich persönlich den Beinamen meines Volkes vor: Al´Rasz´Lar´Szar, der auf den silbernen Schwingen des Windes reitet. Zu Euren Diensten. Einst diente ich meinem Volk in der großen Festung im Wald von Daerost, verborgen von neugierigen Augen. Doch List und Verrat ließ dieses stolze Reich vergehen, so dass nur noch die Ältesten meines Volkes die Geschichten kennen. Seitdem benutze ich das Schwert, welches Ihr in meiner Hand seht, nur noch, wenn es unbedingt nötig ist. Eher bewahre ich nun die Relikte der Alten Welt, Bücher, versehen mit uraltem Wissen über längst vergangene Geschehnisse. Aber ich verkrieche mich nicht nur in Pergamente und Bibliotheken, ich suche schon auch nach interessanten Orten und nach Dingen, die es wert sind meine Aufmerksamkeit zu genießen.
Ihr möchtet mehr erfahren? Nicht so hastig, denn mein Weg war lang und auch ich brauche einmal eine Rast. Kommt, setzt Euch zu mir an das Lagerfeuer und lauscht meinen Geschichten, so Ihr denn mögt. Doch wisset eines: Nicht alle Geschichten bergen Gutes, einige tragen auch eine bittere Traurigkeit mit sich. Und vielleicht, aber auch nur vielleicht, werde ich Euch verraten, wer mir einst dieses edle Stück Seide schenkte."
Mit einer einladenden Handbewegung weist er Euch den Weg zu dem knisternden und flackernden Lagerfeuer, bevor Isildirion Schwert und Bogen an einem Baum ablegt, sich ebenfalls setzt und ein wenig seiner Rationen mit Euch teilt.
Die Ankunft eines Wanderers aus fernen Landen
- Isildirion
- Gwador/Gwathel

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