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 Betreff des Beitrags: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Sa 1. Feb 2014, 23:27 
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Was bisher geschah...

Beratungen in Imladris

Es war für Torendir schon eine Weile her, seit er sich aus Imladris verabschiedet hatte. Er hatte geglaubt, dass er sich freuen würde, wenn er das Tal erblickte, aber die vergangenen Ereignisse lagen schwer auf seinen Schultern. So ließ er sein Pferd beim Stallmeister, den er nur wortkarg begrüßte. Den anderen war es vielleicht auch ganz recht, nicht noch weitere Worte verlieren zu müssen. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, der Bedrohung einer Krankheit entgegenzutreten, doch was sie fanden, waren nur viele Rätsel, die allesamt nur andeuteten, dass mehr hinter dem Gauradan steckte, als ihnen jetzt noch bewusst war.

An einem der nächsten Tage, die einige der eifrigen Forscher bereits genutzt hatten, um sich an der Untersuchung des Blutsteins zu beweisen, kamen sie alle wieder zusammen, um die Geschehnisse mit etwas mehr Abstand zu betrachten. Doch nicht viele rechneten mit einer raschen Aufklärung, wenn nicht die Kundschafter zurückgekehrt wären, die vielleicht einige Fragen beantworten, aber auch noch weitere auftrugen.

Pennuidhel, die Elbe, die Tirbethel half, den schlafenden Ferelneth aus der Dämmerung zurückzuholen, hatte wenig Erfolg gehabt bei der Suche nach der Krähe, die sie gesehen hatten, als sich der Beutel um den Stein geschlossen hatte. Dafür stieß sie auf Berenfareth und Gildinfael, die zusammen mit einer Kundschafterin aus Echad Candelleth noch immer die Umgebung abgesucht hatten. Sie kehrten nach Imladris zusammen mit ihren Fundstücken zurück, wobei einige davon, selbst als sie nur erwähnt wurden, grausig waren.

Sie hatten ein Lager entdeckt, unweit von Eryn Singor doch weiter im Norden und abseits des Weges südlich von Thorenhad. Es war eine perfekte Stelle, ein Versteck gar. Wäre es besetzt gewesen, hätten sie wohl eine böse Überraschung erlebt. So aber fanden sie drei Pferde, die länger nicht geritten wurden, mehrere Jagdkleidungen aus Bärenfell, Bögen, Karten der Trollhöhen sowie Zeichnungen. Es war aber noch nicht alles. Eine Kluft wie sie die Männer in der Höhle getragen hatten, war ebenfalls unter den Kleidungsstücken.

Ihr Ausflug nach Eryn Singor, um sicher zu gehen, dass die Lichtung zur Ruhe gekommen war, war dafür weniger erfreulich, denn sie fanden einen Mann, der bereits aus dem Leben geschieden war. Wie lange er dort gelegen hatte, konnten die Kundschafter kaum schätzen. Dass er aber mit den anderen beiden Männern im Bunde gewesen sein könnte, ließ sich aber nicht von der Hand weisen. So passte das komplettierte Bild von drei Pferden und mittlerweile drei Männern genau so gut zusammen, wie die Bekleidung. Drei Jagdkleidungen von gleicher Machart sowie drei Kluften, die an die Diener Angmars erinnerten, sprach für sich, gab aber auch gleichzeitig Rätsel auf. Warum machen sich Diener Angmars nach Süden auf, nur um sich mit ein paar Gauredain anzulegen?

Vielleicht fanden sie Antworten in der Phiole, die der Leichnam bei sich trug, denn in ihr war das Gift, welches zu der Klinge passte, die beim Gauradan gelegen hatte. Auch die Schwertscheide der Klinge des Gauradan lag bei dem Mann. Die Quelle von Krankheit und auch des Giftes war also geklärt, mit der sowohl die Bären als auch die Frau Otila befallen war. Warum sie aber zusammen kamen, konnte man nur erraten. Eine Möglichkeit war vielleicht ein Pakt, es konnte aber auch ein schrecklicher Zufall gewesen sein, der die vergiftete Klinge des Mannes in die Hände des infizierten Gauradan legte.

Die Klingen der Männer aus der Höhle hingegen sprachen eine weniger undeutliche Sprache. Das dunkle Eisen war nicht von Elben geformt. Vielleicht war es Zwergenarbeit oder gar von Menschenhand. Aelwyna, die Waffenschmiedin aus Gondor, würde selbst mit Hilfe der Elbenschmiede einige Zeit benötigen, um dieses Geheimnis zu lüften. Auch wäre ein Historiker wertvoll zur Beantwortung der Frage nach den Gravuren auf den Klingen. So ließe sich vielleicht herausfinden woher sie stammen, um so der vielerlei Rätsel Lösung auf die Spur zu kommen.

Welche Rolle der Blutstein aber nun spielte, wollte wenige Tage später aufgeklärt werden, als Tirbethel seinen Schüler ihre Erkenntnisse vortragen ließ. Zu Dritt hatten sie versucht, die Geheimnisse zu ergründen. Der Beutel schien tatsächlich zum Stein zu gehören. Es war trotzdem seltsam, als sie sich daran erinnerten, dass der eine Mann "die Sache beenden" wollte. Dabei war nicht er es, der den Beutel trug. Es war offensichtlich ein Zwist, der aber vielleicht durch den üblen Zauber auf dem Stein hervorgerufen sein konnte, dem eben auch schon Ferelneth erlegen war.

Sollte also der Stein dazu dienen, um einem anderen seinen Willen aufzuzwingen? Diese These wurde einige Zeit vertreten, bis bemerkt wurde, dass diese Verderbnis langsam nachließ. Doch statt ihrer kam es zu einem anderen Vorfall, als Tirbethel, Elinneth und Ferelneth plötzlich eine Präsenz gespürt hatten, so als ob man im Augenwinkel etwas bemerkt, es aber nicht fassen kann. Man weiß, dass etwas da ist, man kann nur nicht erkennen. Es ist sicher keine hochwissenschaftliche Erklärung, aber nur wenige vermögen zu begreifen, was sich mit üblen Zaubern alles anrichten ließe. Dabei sei noch nicht mal erwähnt, welche Zauber dunkle Mächte wirken können. Sind sie vielleicht auf solch eine dunkle Macht gestoßen und ahnen es noch nicht?

Immer mehr kam der Verdacht auf, dass der Gauradan nur eine Nebenrolle gespielt hatte in einem Spiel, dessen Regeln noch nicht bekannt sind. Auch war die Rolle der Männer unklar. Die Zweifel, dass sie Diener Angmars waren, wuchsen immer weiter. Was die Krähe anging, so konnte man nicht mal eine Feder finden. War sie vielleicht nur eine Einbildung hervorgerufen durch den Stein? Das wäre zumindest eine Erklärung – wenn auch eine schwache - für die Wirkung des Beutels, denn auf ihm konnte man einen Schutzzauber feststellen, der den Träger vor dem Inhalt des Beutels schützen sollte. Was zuerst wie eine harmlose Stickerei wirkte, stellte sich als ein Runenzauber heraus, der aufgrund seiner abgenutzten Oberfläche ebenso an Wirkung verlor wie der Stein an der Verderbnis. Vielleicht war die Antwort aber auch eine ganz einfache.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Sa 1. Feb 2014, 23:28 
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Die Suche nach Antworten
(Fernab von Imladris)

Während die Elben und die Frau aus Gondor nach Antworten suchten, erging es der Krähe nicht anders. Tage waren vergangen, in der Eruna sich in ihren Unterschlupf zurückgezogen hatte. Ihr Schlaf war unruhig geworden, denn sie sah Bilder von gefallenen Kämpfern, doch keine Schlacht hatte sie gerichtet. Immer mehr ahnte sie, dass ihre Visionen ihr etwas ziemlich schmerzhaftes mitteilen wollten.

Sie machte sich Vorwürfe - innerlich, um außen stark zu wirken - dass sie zu lange gebraucht hatte, um ihre Erkenntnisse niederzuschreiben. In ihrem Eifer hatte sie die Zeit vergessen. Sie hatte nicht mehr gewusst, welcher Tag gewesen war. Zu den Träumen hatte sich eine Stimme gesellt, die ihr bekannt vorgekommen war. Sie flüsterte Worte ein, die sie nicht verstand. Sie befragte die Knochen aber auch die konnten ihr keine Antwort geben. Zum ersten Mal seit langem war sie sehend blind.

Als sie den Stein gezwungen hatte, trotz der Blockade eine Verbindung herzustellen, wäre sie beinahe geblendet worden. Das Licht brannte heiß in dem Stein, so als ob jemand den anderen dazu benutzt hatte, seinen eigene Zauber anzuwenden. Seitdem hatte sie geschwiegen. Der Klan erwartete aber Antworten. Vor allem Dechan wollte wissen, wo sein Sohn abgeblieben war. Sie wusste nicht, wie lange sie ihn noch hinhalten konnte.

Sie brauchte eine Strategie, um den Rat davon zu überzeugen, dass sie richtig gehandelt hatte. Vielleicht ergab sich bald eine Gelegenheit. Sie berührte die Stelle an der die Kette mit dem vierten Blutstein ihre Brust berührte. Er war kalt, als wolle er sich nicht erwärmen lassen von ihr. Sie aber war alt. Welche Wärme konnte sie schon spenden, die dessen Lebensfeuer nun schon so lange brannte. Sie hüllte sich in Decken ein und rückte etwas näher an das wärmende Feuer.


---

Die Nacht war dunkel und kalt. Mit dem Bergwind schlich noch ein Nebel hinab, der ein Frösteln für die Wachen mitbrachte. Kalt wie der Wind war auch der Blick des Mannes, der nun zur Schlafstatt der Frau sah. Der Blick ging zum Feuer, zum Gefährten, zum Eingang. Es regte sich nichts. Ruhig schlief der Mann an ihrer Seite, der von nichts ahnte. Er würde auch weiter schlafen, denn ihn würde er noch brauchen. Ihre Träume waren jedoch gefährlich. Die Augen blickten nur hinab. Er konnte sehen was sie beschäftigte. Ein winziges Detail würde er ändern. Es würde niemand etwas anderes sagen können. Er säte die Saat, wie er sie schon oft gesät hatte. Dann waren die Augen fort.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Fr 14. Feb 2014, 18:58 
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Nur ein unauffälliger Fremder
(Fernab von Imladris)

Im Morgengrauen schreckte sie auf. Sie hatte die Bilder vor sich, die sie in ihrem Traum gesehen hatte. Sie brauchte einige Zeit, um zu registrieren, dass sie noch auf ihren Decken lag. Die Erkenntnis, dass sie sich geirrt haben könnte, schlug ihr schwer aufs Gemüt. Sie tastete nach der Halskette. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr Gefährte sie anstarrte.

"Was hast Du gesehen Eruna?"

"Schreckliche Dinge, die ich trotz aller Vorurteile nie für möglich gehalten hatte."

"Glaubst Du daran? Du würdest Dich nicht das erste Mal irren."

Sie starrte ihn an, als wäre sie ertappt worden. Sie presste ein gereiztes "Lass mich in Ruhe" hervor. Woher wusste er das? Er besaß nicht diese Gabe, die sie zur Seherin gemacht hatte.

"Sei vorsichtig mit Deinen Träumen, denn sie könnten auch Wünsche beinhalten", sagte er leise. Dann erhob er sich und ging hinaus. Zurück blieb eine gekränkte alte Frau.

Sie dachte einige Zeit darüber nach. Er hatte Recht was ihre Vorurteile betraf, aber gewünscht hatte sie es sich nicht. Sie würde eine weitere Nacht oder noch eine mehr benötigen, um Klarheit zu erhalten. Sie spürte die Halskette nicht mehr, denn sie hatte sich leicht erwärmt, als hätte man etwas in ihr entfacht.


---

Sie ahnte nichts davon, dass der Einfluss eines anderen ihren Willen beeinflusste. Doch sie war stärker als angenommen. Er wusste aber, dass sie nur winzige Stöße in eine gewisse Richtung benötigte, um eine für ihn genehme Situation heraufzubeschwören. Die letzte Nacht war nur ein weiterer gewesen. Viel musste er nicht mehr tun. Dann würde er sich anderen Dingen widmen. Er blickte in einen Spiegel. Sein Antlitz war für einen Moment alt und grau.

"Auch Du wirst Dich mir nicht erwehren können", sprach er zu seinem Spiegelbild. Dann verblasste das Bild und zeigte wieder die Maskerade des Fremden mit dem sanften Wesen, der vor langer Zeit einer Frau eine Halskette geschenkt hatte, die sie noch heute trug.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Sa 22. Feb 2014, 12:36 
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Eine Reise ins Ungewisse
(Nördlich der Zuflucht von Thorenhad)

Schweigend und ruhelos führte Pennuidhel die Gruppe weiter durch die Schluchten des Nan Tornaeth. Sie versuchte stets Berenfareth nicht allzu weit aus den Augen zu verlieren, denn den Pfad, den sie beschritt, war nicht der, den sie das erste Mal hier entlang gekommen war. Je weiter sie nach Norden kamen, desto intensiver wurde das Gefühl der Beklemmung, sie wusste, warum sie damals den Weg beschritt, der sie direkt gen Westen führte. Vielleicht war dies ein längerer Weg gewesen, doch war die Luft nicht ganz so kräftezehrend wie an diesem Ort.

In Schlangenlinien wand sich der Pfad bis zu einem kleinen Lager, welches einer ihres Volkes unterhalb einer großen Ruine aufgeschlagen hatte. Pennuidhel spürte eine Kälte, bei der sie kaum wusste, ob dies der herannahenden Nacht oder dem Gefühl ihres Herzens geschuldet war. Ein Schatten lag über diesem Ort, dies spürte sie. Berenfareth etwas nach Norden folgend zu einer Weggabelung hin, die wohl nordwestlich weiter in Richtung des Sumpfes führte, blieb sie plötzlich stehen und wandte ihren Blick zu einer weiteren Ruine auf einem Berghang im Norden. Schatten, Gestalten, Düsternis, irgendetwas war dort, Pennuidhel meinte eine Bewegung ausgemacht zu haben. Trolle, die Steine warfen, waren ihr in diesem Augenblick die angenehmeren Gegner, denn sah man sie schon von Weitem, dies hier allerdings war ein Feind, der es verstand mit der Umgebung zu verschmelzen und gänzlich unerkannt zu bleiben.

Die rötliche Färbung der Wolken kündigte alsbald den nahenden Sonnenuntergang an, als sie zu Berenfareth aufschloss und ihren Worten lauschte. Einige der gefundenen Spuren könnten zu den von ihr schon gesehenen Waldtrollen und Orks stammen, doch waren ihr dies zu viele der Spuren. Der Gedanke etwas könnte sich in den Ruinen verstecken und sie beobachten, wurde stetig greifbarer. Die kommende Nacht würde sie noch wachsamer sein lassen als sonst, denn auch wenn die Waldtrolle sie nicht aus dem Sumpf heraus verfolgten und die Orks wohl eher ihren eigenen Dingen nachgingen, so breitete sich die Kühle allmählich auf ihrem Gemüt aus.

Den Sumpf kannte sie teilweise mit seinen verzweigten Pfaden und der Gefahr an jedem Baum, doch dieser Ort war ihr unheimlich, die Luft selbst schien den Atem anzuhalten. Sie lauschte…doch kein Vogel, kein Tier drang an ihr Ohr, nur das leise Säuseln des Windes, der es allerdings unterließ ihr Haar zu umgarnen. Dies war kein Wind, es war ein Heulen von etwas anderem, welches sich ihrer bemächtigte.

Von Berenfareths Worten aus ihren Gedanken gerissen, floh ihr Blick aus der Dunkelheit und sie machte sich zusammen mit ihrer Gefährtin auf zu dem nahegelegenen Lager, um ihnen ihre Eindrücke zu schildern. Morgen würden sie den Sumpf durchqueren, einen weiteren Hinterhalt wollte Pennuidhel unter allen Umständen verhindern, denn schon beim letzten Mal schaffte sie es nur mit knapper Not aus diesem verfluchten Ort heraus. Ein weiterer Gedanke kam ihr: Diese Orks, die sie sah, trugen Kisten in eine Höhle. Wenn dies wirklich herrenlos waren, warum taten sie es dann? Oder folgten sie wirklich einem Ruf, der ihnen gebot hier ein Lager aufzuschlagen. Das Morgengrauen würde es ihr verraten…


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Mo 10. Mär 2014, 00:33 
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Ein Hort der Dunkelheit

Früh am Morgen, als die Sonne kaum durch die Wipfel der Bäume drang, machten sie sich bereit, den Ort aufzusuchen, der das Ziel der Orks gewesen war. Sie wussten, dass es dort in den Hügeln eine Höhle gab, aber was sie dort finden würden, war nicht das, was sie erwartet hatten. Keine Wachen, keine Befestigungen, es gab nichts, was sie hätten überwinden müssen. Die Orks mussten sich sicher fühlen an diesem Ort.

Fackeln beleuchteten die Gänge, ein Gewässer spiegelte das Licht wieder. Das Wasser war jedoch nicht zu genießen. Es roch nach Unrat. Was auch immer die dunklen Schergen hier taten, sie waren wohl schon einige Zeit hier gewesen. Warum sie nicht bemerkt wurden, konnte niemand ahnen. Es musste ein glücklicher Zufall herhalten, der ihre Anwesenheit offenbarte, so wie die Suche nach einer Krähe. Doch kaum schweifte der Gedanke kurz zu diesem gefiederten Wesen, drangen Schritte an die Ohren der Streiter. Sie zogen ihre Schwerter, um sie in die Leiber der verdorbenen Kreaturen zu stoßen.

Blut säumte nun ihren Weg durch die Gänge, die mal links, mal rechts entlang führten. Als sich die ersten Abzweigungen zeigten, dachten sie noch nicht daran, sich Besonderheiten einzuprägen. Erst als die Orientierung des ersten nachließ, schalt er sich für diese Nachlässigkeit. Doch nun war es zu spät. Sie hielten sich dicht beieinander, der einzige Schutz an diesem Ort es nun war. Von allen Seiten schienen sie nun zu kommen. Wie ein Schwarm von garstigen Insekten, die von Licht angezogen wurden, quollen sie hervor. Dabei waren es noch mehrere Ebenen, wie man bald bemerken sollte. Treppauf, treppab, mal hierhin, mal dorthin. Es war ein wahrer Irrgarten, der scheinbar nicht enden wollte.

In seiner Mitte konnte man ein trübes Gewässer sehen, umgeben von mehreren Wegen und Brücken. Saboteure, Krieger und anderes Geschmeiß warf sich ihnen entgegen, doch alsbald lichteten sich die Reihen der Orks, während lediglich die Schneiden der Gefährten allmählich stumpfer wurden. Irgendwo führte ein Weg weiter nach Osten. Oder war es Norden? Es konnte niemand so genau sagen, denn eine Richtung vermochte nun keiner mehr zu weisen.

Wenn all dies nicht schon schlimm genug gewesen wäre, legte sich langsam eine Last auf ihre Schultern. Anfänglich hatten sie nur etwas Böses gespürt, doch nun wurde es immer präsenter. Wie ein schwerer Mantel wollte es sich auf ihr Gemüt legen, aber die Hoffnung in ihren Herzen starb nicht. Sie wussten sie würden den überraschten Orks gewachsen sein. Plötzlich mussten sie innehalten, denn ein seltsamer Hall erklang aus einer der Gänge. Es war der Weg hinein in einen größeren Raum. Feuerbecken konnte man erkennen wie um einen Platz zu erleuchten.

Genau so war es dann auch. Schier endlos reichte das Licht bis weit hoch oben innerhalb des Berges. Niemand wusste, wie weit sie hinabgestiegen waren... oder hinauf. Die Qual der Dunkelheit war hier am stärksten. Als sie es dann endlich zu Gesicht bekamen, wussten sie, was die Schergen der Dunkelheit angelockt hatte. Inmitten des riesigen Raumes konnte man einen Stein ausmachen, der umgeben war von einigen Orks, die sich vor ihm auf die Knie warfen. Dunkelheit zog auch Dunkelheit an, als wollte sie sich mehren. Es war fast so, als wenn sie diesen Stein bewachen würden und mit ihm eine Tür, die sich dahinter verbarg.

Bald schon wurde der Platz gesäubert, doch noch immer hörte man die Rufe in der dunklen Sprache. Weiter voran ging es nicht mehr, denn die Tür war fest verschlossen. All zu viel konnten sie aber nicht versuchen, denn immer wieder wurden sie gestört durch die kleinen Trupps, die aus einem der zahllosen Gänge kamen. Einer versuchte sich ein genaueres Bild zu machen von dem als Relikt benannten Stein. Die Gravur war gewiss etwas, was sie mit zurücknehmen sollten... sofern ein Ausgang gefunden werden konnte. Daran wurde aber jetzt kein Gedanke verschwendet. Auch dachte Torendir nicht an die Gefahren, als er sich dem Relikt näherte. Fest presste er die Utensilien eines Reiberdrucks darauf, um jede Kleinigkeit zu notieren. Vermutlich half ihm nur die unbändige Entschlossenheit, diese Last zu überstehen.

Schwach zwar aber unverletzt zog er sich letztendlich zurück und mit ihm die anderen. In der Hoffnung bald die Reihen der unheilbringenden Orks gelichtet zu haben, irrten sie mehr als sie gingen durch die Gänge. Kaum einer vermochte sich zu erinnern, wie der Rückweg sein musste. Eine Nachlässigkeit, die aber unbestraft blieb bis auf den Verlust der Zeit. Denn als sie endlich wieder das Ende der Höhle erreicht hatten oder vielmehr den Eingang, war es schon wieder Dunkel geworden. Doch selten war diese Form der Dunkelheit, die Nacht in den Trollhöhen, in den Wäldern der Heimat des Herrn Elrond so willkommen gewesen, wie in diesem Moment.

---

Es waren keine guten Nachrichten, die sie zurückgebracht hatten nach Imladris. Boten eilten durch die Wälder und warnten die Kundschafter bis nach Echad Candelleth, wo ihre Herrin einen leisen Seufzer von sich gab.

"Was habt Ihr Herrin?", fragte die in dunklem Leder gekleidete Elbe, die gerade von ihrem Rundgang zurückgekommen war.

"Hoch im Norden, weiter noch als die Söhne des Herrn Elrond wachen, gibt es einen Ort, der sich Laenan nennt."

"Ich verbinde keine guten Erinnerungen daran. Was ist passiert?"

Leise berichtete Candelleth der Kundschafterin, was sie erfahren hatte. Die Augen der Elbe trübten sich, waren sie sonst hell und klar. Wie ein Schatten verdunkelten die Worte ihrer Herrin nun ihr Gemüt. Schweigend hörte sie sich den Bericht an. Als ihre Herrin geendet hatte, zog sie sich zurück. Ihr Blick ging zum Fluss hinab. Im Inneren sah sie jedoch eine Schwärze die Lande durchstreifen wie ein Raubtier auf der Suche nach Nahrung. Vielleicht war es wieder an der Zeit, ein Raubtier zu jagen. Als sie diesen Gedanken bekam, brach die Morgensonne hervor und schickte die Schatten hinfort.

Nur im Hort der Dunkelheit, in den Tiefen von Laenan, wollten sie nicht weichen. Was auch immer sich hinter der Tür verbarg, es verhieß sicher nichts Gutes.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Mi 2. Apr 2014, 19:26 
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Die Saat
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Sie konnte sich kaum noch daran erinnern, wann sie das letzte Mal die Sonne gesehen hatte. Das Land war in eine Dunkelheit gehüllt, die sie so bereits aus der Kindheit kannte. Nun hatte sie erneut die Bilder von Wäldern vor Augen... das Bild ihres Traumes. Sie hatte Hafras beneidet dafür, dass er in den Süden ziehen durfte, aber irgendwie kam es ihr nun seltsam vor. Sie hatte früher sonst nie Visionen gehabt von Ereignissen in fernen Ländern. Sie dachte nach, seit wann dies so war. Sie kam irgendwann zum Schluss, dass sie stärker geworden sein musste. Es stimmte ja auch, doch war der Grund ein vollkommen anderer als sie vermutete. Sie glaubte die jahrelangen Wanderungen in der Traumwelt wie sie es nannte, hätten ihren Horizont erweitert.

Während sie weiter Tränke mischte, musste sie erneut an dieses Gefühl der vollkommenen Leere denken, welches sie erfahren hatte, kurz nachdem sie den Ruf der Krähe ausgesandt hatte. Der Traum zog schemenhaft an ihr vorbei der sich vor einiger Zeit gezeigt hatte. Ihr Mann hatte sie dafür gescholten. Auch wenn er sie nicht für eine Schwindlerin hielt - das wäre absurd gewesen - so hielt er nicht fiel von ihren Vorahnungen, seit sie sich eine Zeit lang hineingesteigert hatte. Ihr Ansehen im Klan war zwar gestiegen, doch es hatte ihre Ehe arg getrübt. Das war damals so und hatte sich kaum gebessert.

Zweifel nagten an ihr seit geraumer Zeit, immer wieder beiseite gespült durch eine gesunde Prise an erfüllten Vorahnungen gepaart mit Fehlschlägen. Der letzte Traum hatte Gefahr aus dem Norden vorgesehen und sie hatte Recht behalten. Zahlreich waren die Feinde, doch noch listiger war Dechan mit seinen Kriegern. Die Fallen waren zugeschnappt, noch ehe die Feinde ahnten, was geschah. Blut des verfeindeten Klans war geflossen genau wie Blut der Orks. Die anderen, die Herrscher des Feindes, hatten sich nicht blicken lassen, obwohl sie dies gesehen hatte. Stattdessen hatte sie eine einzelne verhüllte Gestalt bemerkt, wie sie scheinbar plötzlich auf den Feldern gestanden hatte.

Sie war auf ihn zugegangen, obwohl sie glaubte, dass er eine Gefahr war. Davon war seltsamerweise nichts mehr zu spüren gewesen, als er sie angesehen hatte. Er musste einer von ihnen gewesen sein, der seinen Posten verlassen hatte, um zu helfen. Vielleicht hatte sie einst neben ihm auf dem Feld gestanden oder bei der Kräuterlese mit ihm zu tun gehabt. Er war ihr vertraut vorgekommen und schnell hatte sie die Zweifel zur Seite geschoben. Später musste sie an eine längst vergangene Zeit denken... eine Zeit, in der sie ihre Kräfte kennengelernt hatte. Es war beinahe fünfzig Jahre her gewesen. Plötzlich hatte sie sich alt gefühlt. Gedankenverloren rührte sie weitere Tinkturen an, nur um sie dann sicher zu verwahren. Bald würden sie fertig und der Klan sicherer sein.


---

Er war ein großes Risiko eingegangen, aber die Ablenkung der anderen kam genau zur rechten Zeit. So hatte er Eruna für einen Moment das Gefühl geben können, nicht allein zu sein. Es war grotesk dass er ihr half, aber so fiel er am wenigsten auf. Schweigend hatte er seine Arbeit getan. Die Verletzten sahen in ihn nur einen der Ihren. Niemand fragte ihn, wer er war. So blieb ihm Zeit, ihre Arbeit zu überprüfen, die sie vor den anderen verbarg. Lediglich ihr Mann war misstrauisch geworden, denn die Gerüche ließen sich nicht vermeiden. Sollte er einschreiten? Nein, er musste abwarten. Verdacht zu schöpfen wäre nun fatal. Seine Saat ging langsam auf. Dabei war sei es die glaubte, der Nährboden zu sein.

Plötzlich hatte ihn ein seltsam unruhiges Gefühl erreicht. Es war zu weit entfernt, um von ihr zu kommen. Er beendete seine Arbeit und zog sich zurück. Auf dem Weg ins Dorf verschwand er in den Gassen und niemand schien sein Fehlen zu bemerken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Mi 2. Apr 2014, 19:36 
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Eine seltsame Leere

Es war entschieden. Die Bedrohung durch die Orks in Laenan konnte nicht geduldet werden. Kaum einer hatte mit einer anderen Entscheidung gerechnet. Es bedeutet jedoch auch, sich erneut dem Relikt zu stellen. Bei diesen Gedanken grauste es Torendir. Er hatte anfangs den Schrecken erfahren, als er es berührt hatte. Eine Nacht später war die Unruhe gekommen. Dass dazu noch Tirbethel darniederlag, machte die Sache nicht besser. Jede Beteuerung seitens Ferelneth, dass es nicht am Reiberdruck lag, schob er beiseite. Selbst wenn er nicht der Auslöser war, er war zumindest ein Tropfen gewesen, den er sich nun anlastete.

Sein Blick musste nach vorne gehen, denn es blieb wenig Zeit, Vergangenes zu bedauern. Stattdessen musste ein Ausweg gefunden werden. Ausweg... das erinnerte ihn an das Ereignis in Eryn Singor, als Ferelneth ebenfalls gestürzt war. Damals hatte ihn sein Meister zurückgeholt. Doch nun... wer holt nun den Meister zurück? Er hoffte auf die Heiler des Hauses, die auch ihm ein wenig Linderung schenkten. Einen anderen Weg würde Tîrn Lugaidh finden und zwar den Weg nach Laenan mit einigen Streitern, um das Geheimnis der Tür zu ergründen.

Der Tag war noch nicht alt, als sich einige Elben und eine Frau aus Gondor den Hort der Dunkelheit erneut betraten. Sie kamen zügiger voran, denn der Weg war bekannt... zumindest im Groben. Wer solch einen Irrgarten angelegt hat, wird seine Gründe gehabt haben. Er war noch immer vom alten getrockneten Blut getränkt, welches sie vergossen hatten. Die Gegenwehr war schwächer als beim letzten Mal. Es lag aber nicht nur an den vertrauten Örtlichkeiten, sondern auch daran, dass die Orks nicht mehr so zahlreich waren. Ihre Reihen waren ausgedünnt und Nachschub hatte es wohl nicht gegeben.

Cuildis fühlte sich unwohl in diesen Gängen. Sie war zwar dunkle Orte gewöhnt, doch sie spürte die Vergangenheit, die auf ihren Schultern lastete wie ein schwerer Mantel. Dabei hatte sie es damals nicht erlebt, nur die Erzählungen vernommen, da alles vor ihrer Zeit geschah. Was sie auch nicht wusste war, warum dies damals geschah. Nur dass es ein dunkler Ort war, den man meiden sollte. Bis zu diesem Tag hatte sie sich daran gehalten. Nun befand sie sich unmittelbar vor der besagten Tür in ausreichendem Abstand zum klagenden Relikt. Sie glaubte fast, dass es Qualen litt und sein Schmerz alle um es herum betraf. Mitleid hatte sie aber gewiss nicht damit, denn es war ein Relikt des Bösen.

Die Tür hatte sich seit ihrem letzten Besuch nicht verändert. Doch diesmal nutzten sie die Gelegenheit, um sie genauer zu untersuchen. Die Scharniere schienen verbogen gewesen zu sein. Spuren von Gewalteinwirkungen waren zu erkennen. Auch befanden sich auf dem Boden seltsame Spuren, als hätte man etwas herausgeholt. In der Umgebung aber konnte man nichts erblicken, was dies sein könnte. Sicher war nur, dass es sich um etwas Schweres gehandelt haben musste. Ob sie vielleicht nur verzogen gewesen war? Es kam auf einen Versuch an.

Rütteln und schütteln half alles nichts. Die Kraft in die richtigen Bahnen gelenkt, war hier eher der Schlüssel. So gab sie letztendlich nach und öffnete sich in einem unheimlichen Stöhnen. Was sie jedoch sahen war... nichts.

Das Licht der Fackeln schien gerade bis zur Schwelle zu gelangen, so als ob dahinter ein schwarzer Vorhang wäre. Das Elbenlicht, welches Virindil mit sich führte, drang zwar stärker in die Dunkelheit vor als eine herbeigebrachte Fackel, nur konnte man immer noch nichts erkennen, weder Schatten, Felsen, Gänge oder etwas anderes. Einer von ihnen fasste den Mut und setzte einen Fuß hinein. Eine unnatürliche Müdigkeit legte sich sofort auf dessen Seele, so dass er Mühe hatte, ihn wieder hinauszubekommen. Plötzlich vernahmen sie ein Gebrüll hinter sich.

Ein Ork stürmte heran. Ungeachtet der zahlenmäßigen Übermacht der anwesenden guten Seelen, glich es einem irrationalen Angriff aus höchster Verzweiflung. Er stürmte brüllend auf sie zu in seiner dunklen Sprache. Die Arme hatte er dabei weit erhoben. Er fixierte jenen, der am weitesten hineingeschritten war. Es schien so, als hätte er vor, ihn hineinzustoßen. Rasch wurde gehandelt. Der Ork wurde einfach hineingestoßen in die Schwärze des Raumes, die sich genau wie das Licht nicht über die Schwelle getraute.

Weit riss er die Augen auf, als er sich der Schwärze bewusst wurde. Er schien davor zurückzuschrecken, doch es war zwecklos. Der Ork verlor den Halt und begann zu stürzen, während er ein langgezogenes Kreischen von sich gab, welches sich merkwürdigerweise von ihnen entfernte, als wäre dort ein Abgrund ohne Boden. Als der Schrei des Orks verstummte, ob aus Atemnot heraus oder weil er letztendlich verstarb, kroch sogleich eine Kälte aus dem Raum, wie ein schwerer Nebel, gefolgt von einem Geräusch, welches an einen langen Atemzug erinnerte.

Bald bahnte sich ein Gedanke einen Weg, um ihn auszusprechen. „Verschließt die Tür!“, rief jemand. Es war wohl das einzig vernünftige in diesem Moment.

Als sich die Tür wieder verschloss, schien sie deutlich besser zu passen als zuvor. Die Spuren an den Scharnieren waren ebenso verschwunden, als wäre ein Zauber im Spiel, der nicht von Feinden stammte. Sollte dieser Ort ein Gefängnis gewesen sein und der Zauber ein Schutz vor dem Öffnen der Tür? Zumindest war nun klar, dass wenigstens ein Mal der Zauber gebrochen wurde.

Ruhe kehrte ein an den Ort, die nur gestört wurde durch die Anwesenheit des Relikts. Nun war wieder alles am rechten Platz. Doch das Gefühl blieb, dass die seltsame Leere im Raum einst etwas enthielt, was nun nicht mehr dort war. Wie ein uraltes Echo hatte es sie umhüllt und eine Ahnung der Macht gezeigt, von der es mal ausging.

Die erdrückende Last auf den Schultern ließ allmählich nach. Auch die Müdigkeit war aus den Knochen gewichen. Der grausige Schrecken, welcher ausgegangen war vom Relikt, wirkte nun nicht mehr ganz so furchtbar wie zuvor, als die Tür noch schief in den Angeln hing. Wohl hatten die Herren in Imladris nicht damit gerechnet. Wahrscheinlich hatten sie erwartet, dort einen Hinweis zu finden. Vielleicht aber war diese Leere schon Hinweis genug.

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BeitragVerfasst: Mo 14. Apr 2014, 18:32 
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Ein Archivar auf Reisen
(Tinnudir)

Zufrieden lehnte sich die bärtige Gestalt auf seinem Schemel zurück. Die Truhe in seinem Rücken diente ihm dabei als Stütze. Mit seiner linken Hand tastete er nach seiner Pfeife. Kurz danach hüllten Rauschschwaden das Gesicht des Zwerges ein. Als die Tür aufgestoßen wurde, zog der Rauch vom Gesicht des Zwerges fort. Die beiden Männer waren nun bereit. Die Kisten konnten verstaut werden.

"Sehr gut. Bringt sie zum Wagen. Ich komme nach, sobald ich abgeschlossen habe."
"Sehr wohl Herr Glamnir."

Er hatte geplant bei Sonnenuntergang das Lager am anderen Ende der Straße erreicht zu haben. Zu diesem Zwecke hatte er sich einige Dinge bringen lassen. Drei Decken, vier Kissen, eine Schatulle für die Schlüssel und dem Archivverzeichnis, sechs neue Gewänder, die allesamt gleich aussahen, einen Beutel mit frischem Pfeifenkraut, eine Ersatzpfeife (er bestand auf Eibenholz), zwei kleine Fässchen (eines mit dunklem Bier und eines mit hellem – das helle war Auenländer Braukunst)...
"Verdammt... ICH BRAUCHE NOCH EIN ZELT!", donnerte es durch die Halle.

Letztendlich setzte sich der Karren mit Zwerg, Kisten für die Archive in Esteldín und den oben aufgeführten zusätzlichen Waren nebst Zelt auf dem Weg nach Osten in Bewegung.

"Eine ruhige Reise wünsche ich. Ihr habt es gut, ihr werdet vielleicht schon bald Bruchtal sehen", rief ihm einer der Waldläufer zu. Freundlich brummend antwortete er, hob dabei seine Hand mit der angezündeten Pfeife, grüßte noch den Stallburschen, der ihm das Pfeifenkraut besorgt hatte und verschwand dann bald von Tinnudir.

Esteldín war weit und zwischen Tinnudir und dort lagen die verfluchten Felder von Fornost. Es behagte ihm nicht, die Nacht in einem Lager zu verbringen, aber es musste sein. Seine Begleitung war solche Reisen gewohnt. Er natürlich auch, jedoch hatte er selten solche Schätze bei sich. Es war eines, Funde aus Gräbern eine Geschichte zu entlocken, aber etwas anderes, diese darin zu verlieren, weil irgendein Barghest hinter einem Busch hervorgesprungen kam.

Er rechnete mit drei Tagen, vielleicht vier, wenn er einen Abstecher machen würde. Es gab immer etwas zu entdecken. Er war nicht nur Archivar. Er war auch immer mit Eifer dabei, wenn er alte Dinge sah. Zwar musste man ihn manchmal von einem staubigen Wandteppich fortzerren, weil sich etwas näherte, was gewiss ungesund war, doch diese Befürchtung hatte er diesmal nicht... oder? Er verwarf den Gedanken und lenkte seine Aufmerksamkeit dem Tabakbeutel zu. Hatte er genug Kraut dabei? Missmutig brummend strich er sich durch den grauen Bart. Tag eins der Reise war noch nicht mal um und er dachte schon an Tabakknappheit.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Geheimnis der Steine
BeitragVerfasst: Di 15. Apr 2014, 18:36 
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Die Waffen des Feindes
(Fernab von Imladris)

Der Späher war auf seinem Posten. Er hatte einen hervorragenden Blick auf die karge Gegend unter ihm. Es würde schwer fallen sich dem Außenposten unentdeckt zu nähern. Seine Aufmerksamkeit galt dem Norden, denn im Osten achteten andere auf Feindbewegungen. Sie lebten in ständiger Wachsamkeit. Nur ihre guten Späher bewahrten sie stets vor bösen Überraschungen. Doch diesmal sollte es anders sein. Dass er bereits umgangen wurde, konnte er nicht ahnen, denn die Wesen waren im Schatten verborgen. Ihr grauschwarzes Fell war im dämmrigen Licht kaum zu sehen. Erst der Schrei einer Frau ließ ihn herumfahren.

Mit fletschenden Zähnen stand der einzelne Warg am Rand des Lagers. Hier konnte er sich nicht mehr verstecken, denn Fackeln säumten den Weg. Er setzte zum Sprung an, als die Krieger gerade zurückkamen. Sie zogen ihre Waffen, aber es war zu spät. Der Warg hatte sich in den Hals seines Opfers verbissen, riss ihr die Kehle auf und wollte sich gerade den anderen zuwenden, als die anderen Warge kamen... jene die in den Höhlen kauerten und auf ihre Herren hörten. Er hingegen war sein eigener Herr. Als er sich gerade auf einen der Krieger stürzen wollte, hielt er plötzlich inne, denn das was er nun bemerkte, kam selbst ihm äußerst seltsam vor.

Gequältes Geheul erklang und ein Warg nach dem anderen brach kraftlos zusammen. Der Späher, der von seinem Posten aus die Szenerie mit Grauen betrachtete, wagte es auch nicht, hinabzuklettern, denn was er unter sich am Boden sah, hatte er noch nie zuvor gesehen. Rings um die Anhöhe lagen mehrere Warge teilweise noch vor Schmerzen jaulend. Die meisten aber lagen schon im Sterben, während der einzelne Warg, der bereits ein Opfer gefordert hatte, in die Schatten flüchtete.

Während die einen die arme Frau forttrugen, um sie zu begraben, standen die anderen etwas ratlos vor den Tieren.


"Sie riechen krank. Holt die Heilerin", rief einer von ihnen.
"Du willst sie heilen?", spottete ein anderer.

Da trat ein hochgewachsener Krieger zu ihnen. Er riss seinen Helm vom Kopf, worauf sich das strenge Gesicht des Anführers zeigte.

"Holt die Heilerin. Ich will wissen, was sie befiel", sprach er befehlend. Seine Augen waren dabei auf den Spötter gerichtet.

"Ich... kann Dir erklären...", stammelte dieser. Er wich einen Schritt zurück, stieß dabei gegen einen Wargkörper, kam ins Straucheln und drohte zu stürzen. Der Anführer eilte zu ihm und packte seine Hand. Trotz des hohen Alters hatte er noch immer die Kraft eines Bären und die Schnelligkeit eines Luchses.

"Du magst zwar nicht auf meiner Seite stehen, doch wenn sie etwas befallen hat, dann will ich gewiss nicht, dass Du davon betroffen wirst", sprach Dechan, während er ihn zu sich heranzog, so dass er seinen Atem spüren konnte.
Leise aber nachdrücklich flüsterte er:
"Wo ist die Krähe?"

---

Eruna hatte sich irgendwo in den Hügeln einen Platz gesucht, um über die letzten Tage nachdenken zu können. Sie beobachtete dabei die Wesen mit den schwarzroten Federn, wie sie ihre Kreise zogen. Die Krähen mochten ihren Gesang, als sie noch jünger war. In dieser Zeit war es nur ein Summen, denn die Stimme war alt und brüchig geworden. Im Moment aber war sie stumm und erfreute sich lediglich am Anblick der Federn.

Sie hatte den Rat davon überzeugen können, dass sie die gefundenen Gifte gegen den Feind einsetzen mussten, um ihre Verluste gering zu halten. Es waren zu viele schon gefallen und immer wieder wurden Bewohner von den Feinden verschleppt, damit sie auf ihren eigenen Feldern ihre eigene Ernte abernten sollten... für den Feind natürlich, denn sie gehörten ihnen schon längst nicht mehr. Nur wenige hatte sie nicht überzeugen können...


"Eruna, ich muss mit Dir reden." Seine Stimme klang herrischer als sonst. Als er dann eine abgetrennte Wargpfote vor ihr auf den Boden warf, musste er nichts mehr sagen. Sie brauchte weder eine Vision, einen Traum, oder die Aussage von Knochen, um zu wissen, was geschehen sein musste. Die Warge hatten die Köder geschluckt, gerade noch rechtzeitig. Da sie jedoch die Heiler kannte – und vor allem Dechan – war die Mär von gefundenem Gift nun aufgeflogen.

"Wem hast Du davon erzählt?", fragte sie ruhig.
"Ich sprach mit Cána. Sie weiß es nun", erwiderte er, ohne sie anzublicken.
Sie spürte, dass noch etwas nicht stimmte.

"Wen mussten wir begraben?" Ihre Stimme erstarb gen Ende hin.
"Lítha."
Lange saß sie schweigend dort, so wie er schweigend in das Tal blickte.

---

Die gezüchtete Krankheit hatte sein Bild von Eruna stark getrübt. Er hatte nicht gedacht, dass sie Waffen des Feindes einsetzen würde, um mit allen Mitteln, ob ehrenhaft oder nicht, das Volk zu verteidigen. Dies war gegen seine Überzeugung... es war der falsche Weg. Der Klan war gespalten seit der Ratssitzung und nun wohl noch viel mehr. Nun galt es, vorsichtig zu taktieren, denn auch für ihn war der Beschluss bindend.

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BeitragVerfasst: Mi 16. Apr 2014, 23:19 
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Dunkle Bande
(Fernab von Imladris)

"Warum hast Du sie nicht ausgeschickt? Sie hätten diese Maden vernichten können", grollte die große Gestalt der in einer schwarzen Robe gehüllten Gestalt entgegen. Er benötigte nur wenige Schritte, um bei ihm zu sein. Seine Hand griff nach der Robe.

"Du übersiehst, dass sie nun streiten. Ihre moralische Überheblichkeit wird sie zu Fall bringen. Deine... Schützlinge sind ersetzbar", erwiderte die Stimme der verhüllten Gestalt, die sich offenbar nicht an der Grobheit des Uruks störte.

"Die Wargmeister begehren auf. Sie wollen Opfer sehen. Danghal ist auch gesehen worden..."

Da ergriff die Gestalt den Arm des Uruks. "Was sagst Du da?"

"Oh es zürnt Vorror? Gut... sehr gut."

Vorror, so wie ihn der Uruk nannte, da ihm der richtige Name zu schwierig war, war nicht erzürnt, nur erstaunt. Der einsame Jäger war der Schrecken des gesamten nordwestlichen Gebietes. Wenn er auftauchte, dann nur, wenn er es wollte. Kein Bestienmeister konnte ihn jemals befehligen... zumindest hatte es keiner solange überlebt.

Ohne eine Erwiderung abzuwarten, gab der Uruk den Wachen ein Zeichen. Kurz darauf quetschten sich drei Orks durch die Reihen der Wachen. Dunkel war die Haut des einen. Zahlreiche Narben zierten seinen Körper, der nur mit einem Lendenschurz bedeckt war. Er kam offenbar direkt aus der Zuchtgrube, denn in seiner Nähe wurde den menschlichen Wachen sichtlich übel. Die anderen beiden dagegen waren gerüstet für den Kampf. Dunkles Leder zog sich über ihre kräftigen Oberkörper, als drohten sie sonst auseinanderzufallen. Sie funkelten erst den Uruk, dann die Gestalt an.


"Ihr wolltet Opfer? Ich schätze ein euch sehr bekanntes Wesen kam eurem Rudel zuvor." Spott klang in der Stimme des Berobten mit. Er wollte sie provozieren.
"Du machen Zucht zunichte. Jungtiere noch unerfahren..."
"Nehmt euch ein Beispiel an ihm", dabei deutete die Gestalt zum dunklen Ork.
"Er ist schon in der Grube und lehrt sie. Doch ich will es wieder gutmachen. Dort drüben ist etwas für euch. Nehmt es und geht."

Als sich die drei bewegen wollten, hielt der Uruk den dunklen Ork zurück.
"Hää? Ich will Belohnung..."
"Später. Wir müssen reden."

Kaum dass die beiden anderen Orks den Ort verlassen hatten, machten diese sich über die Beute her. Sie hatten wohl gute Arbeit geleistet, denn selten genug bekamen sie frisches Fleisch aus den Kerkern.

Der dunkle Ork war kurze Zeit später auch wieder auf dem Weg in die Grube. Neue Befehle hatte er erhalten. Während er über diese nachdachte, stieg ihm ein fauliger Geruch in die Nase.
"Uruk-Mist", grunzte er hervor, ehe er irgendwo in den Gängen verschwand. Die beiden leblosen, vor sich hin faulenden Orkleiber bemerkte er dabei nicht.

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